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Missbrauchsgefahr bei Schlafmitteln

28.07.17 | Tabletten keine dauerhafte Lösung

Über eine Million Menschen in Deutschland vertrauen für ihre Nachtruhe auf Schlafmittel. Doch nicht selten machen die Ein- und Durchschlafhilfen abhängig und verschlechtern den Schlaf sogar noch. Licht ausschalten, Augenlider schließen und völlig entspannt in einen langen, Koma-ähnlichen Schlaf fallen – so wünscht man sich das Einschlafen. Die Realität sieht meistens anders aus: Viele wälzen sich ewig hin und her, schlafen dann ebenso unruhig und fühlen sich am nächsten Tag völlig übermüdet. Immer mehr Menschen greifen daher zu Hypnotika, auch bekannt als Schlafmittel. Doch diese sind nur auf eine höchstens zweiwöchige Anwendung ausgelegt – ansonsten droht eine Abhängigkeit. Auch die geistige Leistungsfähigkeit können Schlaftabletten bei dauerhafter Anwendung verschlechtern. Benzodiazepine und Z-Medikamente bergen Risiken Meist verschreiben Ärzte bei Schlafstörungen entweder Benzodiazepine oder eine der sogenannten Z-Substanzen (Zolpidem, Zopiclon, Zaleplon). Benzodiazepine wirken beruhigend und angstlösend. Zwar fördern sie den Schlaf, greifen aber massiv in den Schlafrhythmus ein und können dadurch selbst Schlafstörungen hervorrufen. Nach längerer Einnahme stellen sich Gewöhnungseffekte ein, die eine höhere Dosis nötig machen. Werden sie abrupt abgesetzt, kommt es erneut zu Schlaflosigkeit. Z-Medikamente verändern den Schlafrhythmus zwar weniger als Benzodiazepine, verursachen ansonsten aber ähnliche Probleme. Alternativen: Pflanzliche Mittel, gute Schlafhygiene Bei einer drohenden Schlafmittelabhängigkeit hilft nur ein offenes Gespräch mit Arzt oder Apotheker. Gemeinsam wird die Dosis dann stückweise reduziert. Alternativen bieten sich im pflanzlichen Bereich: Baldrian, Hopfen oder Melisse wirken hoch dosiert zumindest bei leichten Schlafstörungen. Daneben hilft oft bereits eine gute Schlafhygiene mit Verzicht auf TV, Handy sowie koffeinhaltige Getränke vor dem Schlafengehen. Quelle: Landesapothekerkammer Hessen